Oktober 13

Essen, Tiere, was Tiere essen

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Da ich letztes Mal mit Essen aufgehört habe, habe ich mir gedacht, dass ich genau da weiter mache. Denn Essen ist in den meisten Gesprächen ein wichtiges Thema, wenn nicht sogar das wichtigste Thema. Man wird immer wieder darauf angesprochen, was man essen kann. Als Tim einmal fragte, was denn das sei, was da verkauft wurde, wurde uns vom Nebenstand in etwa zugerufen: „Das ist scharf. Falangs essen das nicht!“ Tatsächlich kann das Essen, wenn man nicht aufpasst, schon einmal relativ scharf werden. In vielen Restaurants gibt es (statt Salz und Pfeffer) Chili, Zucker und Glutamat zum Würzen.

Eigentlich versucht man immer zusammen zu essen, es gibt hier das Sprichwort: „Kin pu diau bor sep!“, was so viel bedeutet wie alleine schmeckt das Essen nicht.

Was ich hier so an Gerichten kennengelernt habe:

  • dsc00494Nudelsuppe
    wird oft zum Frühstück gegessen, aber auch sonst eigentlich immer. Viele Restaurants bieten nur Nudelsuppe an. Gegessen wird sie mit Stäbchen und Löffel. In der Nudelsuppe sind natürlich erstmal die laotischen Nudeln (die ein wenig anders sind, als alles, was man in Deutschland bekommt), zusammen mit allerlei Grünzeugs und Fleisch. Gewürzt wird sie meistens mit Limone, Chili- und Fischsauce. Aber eigentlich kann alles drin sein, ich hatte auch schon mal eine mit geronnenem Schweineblut (was gar nicht so schlimm schmeckt, wie es sich anhört, eigentlich schmeckt das einfach nach nichts, vielleicht ein bisschen salzig)dsc00495
  • Reis
    ist wohl mehr oder weniger die laotische Kartoffel. Es ist quasi das Grundnahrungsmittel, nicht umsonst bedeutet die Frage „Jao dai gkin kao leo bor?“ wortwörtlich „Du hast gegessen Reis fertig?“, ob man schon etwas gegessen hat.
    Außerdem gibt es hier nicht nur den normalen gekochten und gebratenen Reis, sondern auch Klebreis. Den kann man nicht nur besser mit Stäbchen essen, sondern man kann auch daraus mit der Hand Kügelchen formen, die man in allerlei Sachen tunken kanimg-20161012-wa0017n bzw. auch Dinge damit greifen kann, wie z.B.
  • Papaya-Salat
    Der Papaya-Salat ist meistens relativ scharf. Im Salat sind meistens Papayas, Chilis, Tomaten, Schrimp-Paste und Fischsauce. Da ist es ganz gut, dass man den mit Klebreis zusammen ist.
  • Bambussuppe
    ist wie der Name schon sagt eine Suppe aus img-20161003-wa0000Bambussprossen. Die schmeckt relativ bitter, aber nicht schlecht.
  • Fleisch
    zu allem essen gibt es irgendwie Fleisch. Sei es nun Schwein, Kuh, Hühnchen oder Fisch. Seltener sieht man auch mal Frösche oder Grashüpfer. Vegetarisch zu essen ist generell relativ schwierig, ich glaube auchdsc00532, dass so gut wie kein Laote Vegetarier ist. Wenigstens sieht man die Tiere hier überall mehr oder weniger frei rumlaufen, dabei bin ich mir auch relativ sicher, dass die nicht so Antibiotika-vollgepumpt sind wie in Deutschland.
  • Obst und Gemüse
    gibt es eigentlich relativ viel, also alles was man so kennt, wie Bananen (die hier viel kürzer sind), Äpfel, Tomaten, Pomelo, Gurken und Kokosnuss.

img-20161012-wa0014Generell wird hier mit Stäbchen, Messer und Gabel oder mit den Händen (bei Reiskügelchen) gegessen. Westliches Essen (wie Spaghetti, Milch und Brot) kann man zwar kaufen, ist aber verhältnismäßig viel teurer (wie alle westlichen Sachen) und aufgrund unseres schmalen Budgets kaufen wir das kaum. Deshalb vermiss‘ ich auch ein paar Sachen, wie Milch oder Käse. Milchprodukte gibt es wenig, und wenn dann nur sehr teuer. Nur Toastbrot und Baguette gibt es relativ billig.

Getrunken wird eigentlich hauptsächlich Wasser, Beer Lao und Pepsi. (Auch Mengenmäßig wahrscheinlich in der Reihenfolge)

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Tiere gibt es hier eigentlich überall. Man hört dauernd Hunde bellen, die einem auch manchmal kläffend nachlaufen, aber sobald du einen Schritt auf sie zugehst tierisch Schiss bekommen. Kühe werden auch die Könige der Straße genannt und stehen überall rum. Die interessiert es auch nicht, wenn du mit dem Moped angefahren kommst, die gehen gemütlich weiter ihres Weges. Außerdem sieht man noch häufiger Ziegen, Hühner und Katzen. Generell sind wahrscheinlich diese Tiere im Straßenverkehr die größte Gefahr, weil man manchmal aufpassen muss, dass man nach einer Kurve nicht in eine Kuh reinfährt.20161009_124816dsc00448

dsc00319In der Wohnung sieht man andauernd Geckos und Ameisen (auch richtig kleine). So merkt man auch schnell, wenn man irgendwo ausversehen etwas zu essen offen stehen lassen hat, innerhalb von einer Stunde hat sich nämlich garantiert ein Ameisenpfad dorthin gebildet.

Die Gummibärchen-Rettungsaktion

Eigentlich hatte ich eine große Box an Haribo-Süßigkeiten dsc00529als Gastgeschenk für meinen Mentor mitgenommen. Nichtsahnend packte ich sie aus und stellte sie in mein Zimmer.

Als ich später wieder kam, kam es, wie es kommen musste: Ein großer Ameisenpfad führte durch mein Zimmer und genau bis zur Box. Und natürlich hatte diese Box ein Loch. Aber die Gummibärchen waren uns viel zu wertvoll, als das man die einfach wegschmeißt. dsc00571Da wir zwei Kühlschränke haben und wir nur einen benutzen, stellte ich die Box zwei Tage in den kleinen Kühlschrank. Die Ameisen waren dann ein wenig betäubt und ließen sich abwaschen:

Jetzt kleben zwar die Gummibärchen aneinander und sehen nicht mehr so appetitlich aus, doch sie schmecken fast genauso gut, als wäre nichts passiert.

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Copyright © 2016 (Kolja Frahm). Alle Rechte Vorbehalten.

Veröffentlicht13. Oktober 2016 von Kolja in Kategorie "Laos", "Thakhek

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