September 29

Tempel, Thakhek, Tham Xieng Liap

Nach dem Wochenende bekamen wir eine erfreuliche Nachricht: Tim, der auch Freiwilliger in Thakhek vor zwei Jahren war und jetzt in Berlin studiert, macht gerade ein Praktikum im Süden von Laos und kommt uns besuchen. Da seine (laotische) Freundin hier auch in der Nähe wohnt, passte das ganz gut.
Das gute daran ist: Tim kann fließend laotisch (und natürlich deutsch). So kann er alles, was man sagt dolmetschen und es ist viel einfacher, über ihn zu kommunizieren, als über Englisch mit laotischem Akzent. Außerdem kennt er hier die Gegend ziemlich gut, er war ja schließlich auch ein Jahr hier.

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So kam es, dass wir am Dienstag zum That Sikhottabong aufbrachen. Der That Sikhottabong ist ein ungefähr 30 Meter hoher dsc00376Stupa (That = Stupa) in der Nähe von Thakhek. Doch bevor wir den Tempel besichtigten, haben wir noch einmal auf dem Gelände ein wenig Moped fahren geübt, damit Tim unserem Mentor versichern kann, dass wir ein bisschen fahren können und wirklich keinen Unfall bauen.

Nachdem wir uns ein wenig entspannten, ging es dann aber auch auf das Gelände vom Stupa.

Am Eingang bekamen wir erstmal ein paar Räucherstäbchen, die mit einer Kerze (zum Anzünden) zusammengebunden waren. dsc00384-2dsc00386Wir gingen in den Tempel und Tim zeigte uns, was wir machen sollten: Wir knieten uns vor einer Buddha-Statue und berührten mehrmals den Boden mit Hände und Kopf. Am Ende  zündeten wir die Kerze an und ein Mönch band uns ein Bändchen um. Währenddessen murmelte er etwas und Tim und Michi legten jeweils eine Hand auf meine Schulter. Bevor wir den Tempel verließen, durfte jeder noch einmal auf einen Gong hauen.

dsc00392Draußen durften wir dann vor dem That unsere zweiten Räucherstäbchen anzünden und jeder bekam einen Zettel, auf dem sowas wie ein Glückskeksspruch stand. (Auf meinem stand, dass ich wieder mehr Zeit mit meiner Familie verbringen soll, kein gutes Zeichen am Anfang des Auslandsjahrs 😆 )

dsc00381Neben dem That sind verschiedene Figuren, die alle für einen Wochentag stehen. Im Buddhismus ist es wichtig, an welchem Wochentag man geboren ist, hier z.B. ganz rechts der Samstag, wie der 27.12.1997.

Am Nachmittag hatten wir noch ein Gespräch im Bürogebäude der LYU, wo uns die grundsätzlichen Regeln erklärt wurden (und wo ich auch das Hintergrundbild fotografiert habe). Am Abend gingen wir dann noch in einen Pub, wo Tim dafür, dass er zusammen mit einer dsc00396Band ein Lied gesungen hat, ein Eis mit Toastbrot spendiert bekam, welches wir zusammen aßen.

Mittwoch fuhren wir am Vormittag zu einer Höhle, die uns Tim zeigen wollte. Generell gibt es in der Umgebung von Thakhek sehr viele Höhlen, die wir alle mal besichtigen wollen.

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Wir fuhren zur Tham Xieng Liap (siehe Titel). Der Name kommt von einer Geschichte, die besagt, dass der Novize Xieng sich hier heimlich mit einem Mädchen (Liap) traf, was natürlich für Novizen streng verboten ist, in Laos dürfen Novizen keinen Augenkontakt mit Frauen haben, geschweige denn sie berühren. Später trafen sich die beiden dann angeblich in der Höhle Tham Nang En (wo ich leider noch nicht war), um zu sitzen (=nang) und zu flirten (=en kan). Ach so und Tham bedeutet ganz einfach nur Höhle.

Die Tham Xieng Liap ist in der Trockenzeit begehbar, da wir aber Regenzeit haben, war es dafür möglich, mit einem Boot durchzufahren.

dsc00451Am 1. September (Donnerstag) (und am 16. September, dazu aber später mehr) war das Rice Growing Festival (Boun Khao Padabdin) an dem die Ahnen geehrt werden. Da wir nicht genau wussten, um wie viel Uhr das anfängt und wir Tims Freundin gerade nicht erreichen konnten, standen wir um 5 Uhr morgens auf. Als wir dann zum ersten Tempel fuhren, um nach dem Beginn zu fragen, wurde uns mitgeteilt, dass es erst um ungefähr 8 Uhr anfängt, wir also viel zu früh waren. Im Tempel so früh morgens zu sein war trotzdem sehr beeindruckend, da war ein heiliger Baum, um den kleine Schälchen mit Essen standen (alles um den Baum rum im Bild sind Essensschälchen), die von den Mönchen über Lautsprecher abgesegnet wurden. Die Schälchen werden geopfert, damit die Geister der Vorfahren etwas zu essen haben.

dsc00459Damit wir später bei der Zeremonie auch was opfern konnten, kauften wir silberne Schalen, die wir mit Obst, Süßigkeiten, Kakao und Geld füllten. Man soll immer das opfern, was man selbst am liebsten mag. Wir fuhren also zu Tims Freundin und mussten uns ein Band um Schulter und Körper legen, damit wir richtig gekleidet sind.

Im Tempel lasen dann verschiedene Mönche abwechselnd etwas vor, dabei wurde manchmal auf einen Gong geschlagen. Wir mussten immer abwechselnd unsere Schüsseln hoch halten und wieder runternehmen. Am Ende sollten wir Wasser in eine Schale schütten und dabei an unsere Vorfahren denken.

dsc00475 dsc00465Jetzt kamen an jeder Person eine Reihe von Mönchen vorbei, denen wir die Sachen aus unserer Schale gaben. Jeder Mönch bekam nur ein Teil der Sachen, man musste das so aufteilen, dass jeder ungefähr gleich viel bekommt.

Hier noch ein Bild einer Baby-Katze im Tempel, da ich gehört habe, dass Katzenbilder im Internet immer gut ankommen
Hier noch ein Bild einer Baby-Katze im Tempel, da ich gehört habe, dass Katzenbilder im Internet immer gut ankommen

Am Ende setzen sich alle Mönche an einen gedeckten Tisch und wir guckten ihnen kurz beim Essen zu, dann wurde das Essen an die Tempelbesucher weitergegeben und jeder durfte soviel Essen, wie er wollte.

Im Laufe der Woche vereinbarte Tim noch ein Treffen mit den anderen Falangs in Thakhek. Falang ist hier das geläufige Wort für Europäer und jeder Laote bezeichnet Leute, die westlich aussehen so, aber eigentlich heißt es Franzose. (Franke –> Faranke –> Farang –> Falang)

Es gibt hier in Thakhek noch ein paar andere Organisationen, wo Europäer arbeiten, zum Beispiel ist hier die giz und das rote Kreuz.dsc00483

Am Wochenende trafen wir dann einen ehemaligen Lehrer von unserer Schule, Bounpheng, der gut mit Tim befreundet war. Um das Essen zusammen vorzubereiten, kauften wir auf einem der Märkte ein. Zum Beispiel haben wir Fisch eingekauft, der in einer Schüssel schwamm. Die Verkäuferin nahm den Fisch, schlug in bewusstlos, schnitt die Kehle auf und stopfte Kräuter rein. Da gab sie uns den Fisch in einer Plastiktüte, der immer noch ein wenig zuckte.

Wir bereiteten zusammen das Essen vor (kochten den Fisch, wuschen Salat etc.) und aßen zusammen.dsc00492


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Veröffentlicht29. September 2016 von Kolja in Kategorie "Laos", "Thakhek

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